Johannes Feuerbach

Supervision

Die entscheidenden Probleme, denen wir uns gegenübersehen, lassen sich nicht auf der gleichen Ebene des Denkens lösen, auf der wir sie geschaffen haben.
Albert Einstein


In der Supervision reflektiert der Einzelne

  • sein Selbstverständnis entsprechend seiner Rollen als Arbeitnehmer, Chef, Führungskraft, Kollege, Mitarbeiter, Selbstständiger und/oder freier Mitarbeiter: Ich
  • seine Beziehung zur Arbeitsaufgabe, die entsprechenden Arbeitsprozesse und die persönliche Art und Weise, wie er die Arbeit plant, organisiert und durchführt: Ich - Arbeitsaufgabe
  • seine Beziehung zum Klienten, Patienten oder Kunden - ebenso die zu Kollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten ("Fallarbeit"): Ich - Sie/Du
  • seine Beziehung zur Gruppe, in - und mit - der er die Arbeitsaufgabe erfüllt (z. B. das Team, die Abteilung, die Projektgruppe): Ich - Wir
  • seine Beziehung zum Unternehmen (z. B. Loyalität, Zweifel, Funktion, Position, Karriere): Ich - Unternehmen

In der Teamsupervision

  • setzen sich die Kolleginnen und Kollegen mit der Geschichte des Teams, seinen Aufgaben und Zielen, der Qualität der Zusammenarbeit und mit den Konflikten und Erfolgen auseinander: Wir

In der Organisationssupervision reflektiert ein Leitungsteam

  • die Unternehmensstrategie, das Leitbild, Stellenbeschreibungen, Schnittstellen, Qualitätsstandards und Entscheidungskriterien: Wir - Unternehmen



Zur Supervision in der Sozialarbeit, Weiterbildung und Therapie

Je mehr die Arbeit des Supervisanden von individuellen Begegnungen mit seiner Klientel geprägt ist, umso mehr ist der Supervisionsstil an den Selbstprozessen des Supervisanden orientiert. Dazu gehören insbesondere die emotionale Resonanz, ähnliche Lebenserfahrungen und Herausforderungen, die menschliche Neigung sich vor Schwierigkeiten zu schützen und das — immer wieder ins Vorbewusste fallende — Bemühen, die eigene Helfer-Identität durch das professionelle Verhalten zu stabilisieren. Dem entsprechend biete die Untersuchung der

  • Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse, der
  • Konfluenz und Reaktionsbildung und der
  • Helfer-Identität an.

Ein weiterer Fokus ist die Supervision aus der Perspektive der Balance. Damit ist eine Herangehensweise gemeint, die davon ausgeht, dass durch den Supervisanden im Klienten-System eine Balance hergestellt wird und dies zunächst unabhängig von den Interventionen des Supervisanden. Bevor man Fragen an den individuellen Supervisionsstil und an die Dynamik des Klienten-Systems stellt, ist es wohltuend zu erkennen, dass Hilfe bereits stattfindet! Welche Hilfe gebraucht wird, kann an der Übertragungsdynamik erkannt werden.

Die therapeutischen Bezugsdisziplinen sind die systemisch-phänomenologische Perspektive, die Tiefenpsychologie und die Gestalttherapie. Die nahe liegenden und bevorzugten Interventionen sind bei Didaktische Prinzipien beschrieben.