Coaching, Supervision & Organisationsentwicklung

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Begriff und Bedeutung

Dynamik in Arbeitsgruppen ist durch die Kräfte, die verändern wollen und die, die der Veränderung widerstehen, gegeben. Um letzteren ihre unsympathische Konnotation zu zunehmen, nenne ich sie gerne die Kräfte, die bewahren wollen. Sobald man in einer Gruppe arbeitet, kommt man mit beiden Kräften und ihrer Dynamik in Berührung. Am prägnantesten erlebt das ein Außenstehender an der Interaktion der Gruppenteilnehmer. Hier werden explizit durch verbale Kommunikation und implizit durch nonverbale Kommunikation beide Kräfte erlebbar. Sie prägen die Gesprächskultur, die Gruppenatmosphäre und das Betriebsklima. Die Bedeutung der Atmosphäre für Gruppen setzt Lewin mit der Bedeutung der Schwerkraft für die Physik gleich.

Möglichkeiten, Wirkungen und Nutzen der Dynamischen Moderation

  • Tagesordnung und Gesprächsverlauf sind durch die aktuellen Interessen der Teilnehmer bestimmt.
  • Jeder spricht.
  • Jeder kann zu allen sprechen.
  • Wofür sich jede-r Teilnehmende interessiert, wird jedem bekannt.
  • Es wird das Thema bearbeitet, für das sich alle am meisten interessieren. Dieses Thema hat in der Regel klärende Wirkungen auf die übrigen.
  • Der durch die Phasen (s. u.), die Transparenz und die Gemeinschaftlichkeit gesteuerte Prozess bewirkt gemeinschaftlich erlebte und inszenierte Verantwortung für die Belange des Unternehmens und die seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Bei mittelfristiger Anwendung nehmen Mitverantwortung, Loyalität und Engagement für die eigenen Belange, die des Zuständigkeitsbereichs und die des Unternehmens zu.
  • Konstruktive Gesprächsfertigkeiten werden angewandt und trainiert.
  • Die Kompetenz zur Leitung von Gruppen wird differenzierter.
  • Mitarbeiter erleben die Sitzungen als lebendig und wesentlich und kommen gerne.
  • Die Gruppenatmosphäre ist überwiegend gelöst.

Bei der Dynamischen Moderation handelt es sich um einen an den Teilnehmern und der Art und Weise ihrer Teilnahme orientierten Moderationsprozess, der aus folgenden fünf Phasen besteht:

  1. Zusammenkommen: Die Eröffnungsrunde
  2. Interessen identifizieren und visualisieren
  3. Interessen und Themen fokussieren
  4. Thema bzw. Themen bearbeiten
  5. Sich lösen: Die Abschlussrunde

Ist die Moderation nicht dynamisch, spielen autokratische- und Laisser-faire-Moderation eine Rolle. Bei letzterer erkennt man den Moderator kaum, es kommt zu einem eher lebendigen Durcheinander. Irgendwann wird abgestimmt und auch Mehrheiten mit nur einer Stimme können das Ergebnis entscheiden.

Gesprächs- und Unternehmenskultur

Besprechungen haben das Potenzial Gemeinschaften zu stärken als auch, sie zu schwächen. Dies geschieht im kommunikativen Vollzug. — Wie viele Teilnehmer einer Besprechung nehmen aktiv teil? Wird zu unterschiedlichen Betrachtungen eingeladen? Wird schnell auf ein Ziel hingesteuert? Wird an ein gemeinsames Verständnis appelliert oder eines vorgegeben oder wird es erarbeitet?

Sprechend schafft man die Strukturen, unter denen man (später) arbeitet und gelegentlich auch leidet. Ebenso kann man Strukturen, Gespräche und Besprechungen bewegen und beweglich halten. Lebendiger Austausch, Mitverantwortung und Gestaltungswille entfalten sich in dynamischen Strukturen und in Gesprächen, die mehr gemeinsames Denken als individualistische (und kluge) Einzelbeiträge unterstützen.

Zum Download des vollständigen ÜberblicksDynamische Moderation

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