Paartherapie & Gruppentherapie

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Beziehung, die man tanzen kann (Bdmtk)

  • ist eine Methode zur Paar-Selbsterfahrung. Sie integriert Tanzunterricht, gestalttherapeutische Selbsterfahrung, Körperarbeit und Tiefenpsychologie und ist in der humanistischen Psychologie und der systemischen Therapie verwurzelt.
  • verbindet alltägliche und außergewöhnliche Erfahrungen durch Begegnungs-, Bewegungs- und Reflexionsrituale.
  • gestaltet und untersucht die drei folgenden universellen Paardynamiken:

Wir tun uns gut

"... das, was letztlich die Liebe ausmacht, ist ganz schlicht der Wunsch, einem anderen wohltun zu wollen" (Fritz Riemann).

Geben, Nehmen und Ausgleichen

"Das Motto des Lebens ist 'Geben und Nehmen'. Jeder Mensch muss sowohl Geber als auch Nehmer sein. Wer nicht beides ist, gleicht einem Baum, der keine Früchte trägt" (Chassidisches Sprichwort).

Be-, An- und Entgrenzen

An unseren Grenzen entsteht Bewusstheit, die "per se — durch und aus sich selbst heraus — heilsam sein kann" (Fritz Perls). Bewusstheit umfasst das wache, selbstreflexive Bewusstsein der Person als auch eine empfindsame und differenzierte Wahrnehmung der gegebenen Situation. Sie entsteht auch jenseits der Grenzen, dort, wo "das Mark menschlicher Verbundenheit durch die Lücken der Struktur drängt" (Victor Turner).

Begrenzen ist die Kunst das (momentan) unveränderliche zu gestatten und zu ertragen.

Ein Beispiel für das Angrenzen ist die so genannte Auseinadersetzung. Man erkennt die eigenen und die Besonderheiten des anderen. Manchmal ist das freudvoll und berührend und manchmal leidvoll und trennend. Angrenzen geschieht auch immer dann, wenn Pläne und Verabredungen in Übereinstimmungen mit den Möglichkeiten getroffen werden und gelingen.

Entgrenzen ist die Befreiung aus eigenen und/oder fremden idealtypischen Vorstellungen und Erwartungen als auch aus Gewohnheiten.


In der Praxis werden die Paardynamiken werden anhand des Körperlernens, der Kontemplation und der Reflexion gestaltet und betrachtet.

Beim Körperlernen geht es um den Zusammenhang zwischen Haltung, Stellung und Bewegung und der damit korrespondierenden Haltung, Einstellung und Bewegtheit im psychologischen Sinn (Helmut Stolze). Dabei spielt der Tango argentino eine zentrale Rolle; ein Tanz, der wie kein anderer affektives und körperliches Lernen anregt, die Bewusstheit intensiviert und das Paar für den jeweils gegebenen Kontakt sensibel macht.

In der Kontemplation geht es um die Wohltat des Geschehenlassens, um Stille und die Übung der Paar-Kontemplation. Mit letzterer verbinden die Partner Gespräch und Beschaulichkeit in einer ritualisierten Begegnung. Carl Rogers beschreibt diese Seins-Möglichkeit so: "I find that when I am closest to my inner, intuitiv self, when I am somehow in touch with the unknown in me ... Then, simply my presence is releasing and helpful to the other" (Carl Rogers).

Einblicke in das Erleben der anderen bereichert die eigene Reflexion, macht auf Möglichkeiten aufmerksam und stimuliert die Erweiterung des "Raums der freien Bewegung" (Kurt Lewin). Beim Bemühen um eine gelingende Partnerschaft fühlt man sich aufgehoben in einer Gruppe Gleichgesinnter. Je tiefer der Austausch wird, umso ähnlicher werden die Herausforderungen.

Die Termine finden Sie imKalender.

RBB Kulturradio (2016): Paartherapie auf der Tanzfläche.

 

Inhalte, Ziele und Wirkungen

Das Seminar ist Paar-Selbsterfahrung durch Bewegung und Spüren und sich Mitteilen. Es integriert Tango-Basisarbeit, Körper- und Selbstwahrnehmung, achtsame Dialoge, stilles Spüren. Es entsteht eine Bewusstheit, die erweiternd, verbindend, berührend, erotisch und heilsam ist. Es entsteht Nähe und Intensität, es geschehen aber auch alle Dinge die sonst in der Partnerschaft und im Leben geschehen. So ist die Arbeit ein sehr klarer und schöner Spiegel für Alles.
(Lydia Schulte)

 

  • Mit ihrem Partner erleben Sie beglückende Bindungserfahrungen in Gesprächen und im Tanz.
  • Sie genießen das aufrechte Stehen und Gehen, die Länge und die Empfindungen ihres Körpers.
  • Sie genießen interessante und bereichernde Kontakte miteinander und auch mit anderen Paaren.
  • Sie können sich tänzerisch, verbal und im stillen Miteinander-Sein einfühlsam verhalten.
  • Im Wochenend-Workshop lernen Sie die Basisbewegungen des Tango argentino als körperliche Vollzüge  idealtypischer Begegnungen
  • Sie durchleben einige „Paar-Kontemplationen“: eine ritualisierte Form der Begegnung, die Sie in kurzer Zeit überraschend tief berührt, herausfordert und miteinander verbindet.
  • Die Musik und die Kontemplation öffnen einen Beziehungsraum, in dem man von überpersönlichen Erfahrungen des Gebunden-, Verbunden- und Aufgehoben-Seins überrascht werden kann.
  • Sie können den Workshop mit Gefühlen der Verbundenheit abschließen und gelöster nach Hause fahren, als sie gekommen sind.

Zu den wissenschaftlich untersuchten Wirkungen von Bdmtk gehört, dass sowohl die Kompetenz zur Individuation als auch die zur Hingabe steigt und das Streitverhalten abnimmt. 18 Paare bewerteten einen Monat nach dem Standardwochenende ihre Zufriedenheit mit der Partnerschaft höher als vorher.
Quelle: Bianca Eder (2017): Tango-Tanzen statt Therapie oder Tango-Tanzen in der Therapie? Eine kontrollierte Studie mit Paaren. Unveröffentlichte Masterthesis Betreuet von Sabin C. Koch. SHR Hochschule Heidelberg: Fakultät für Therapiewissenschaften

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