Paartherapie & Gruppentherapie

kontemplation

— Über das, "was ein normaler Mensch gut können müsste" —

Freud wurde einst gefragt, was seiner Meinung nach ein normaler Mensch gut können müßte. Der Frager erwartete vermutlich eine komplizierte, "tiefe" Antwort. Aber Freud soll einfach gesagt haben: "Lieben und Arbeiten". Es lohnt sich, über diese einfache Formel nachzudenken; je mehr man es tut, um so tiefer wird sie. Denn wenn Freud "lieben" sagte, so meinte er damit ebensosehr das Verströmen von Güte wie die geschlechtliche Liebe; und wenn er sagte "Lieben und Arbeiten", so meinte er damit eine Berufstätigkeit, die das Individuum nicht völlig verschlingt und ihm sein Recht und seine Fähigkeit, ein Geschlechtswesen und ein Liebender zu sein, nicht verkümmert. So können wir nichts an dieser Formel verbessern, die zu gleicher Zeit auch eine ärztliche Verordnung für Menschenwürde - und für ein demokratisches Leben ist.
(Erikson, E. H.: Wachstum und Krisen der gesunden Persönlichkeit, in: Psyche, VII/2 1953, S. 13)


Diese Gruppe ist für Teilnehmer-innen geeignet, die ihre Lebensmitte überschritten haben (eine Ausnahme bestätigt die Regel) und für die "Lieben und Arbeiten" in unterschiedlichen Bezügen (noch) die zentralen Lebensinhalte sind. Es handelt sich um eine potenzialorientierte, klärende und belebende Arbeitsgruppe, in der folgendes möglich ist:

Persönlichkeitsentfaltung im individualpsychologischen, partnerschaftlichen und familiären Kontext.

Coaching im Arbeitskontext: Fragen nach der beruflichen Identität, nach der Arbeitsrolle und -methode, nach Veränderungen und Neupositionierungen (Anpassungen von Arbeit und Karriere im frühen Alter).

Work-Life-Balance Wie gelingt die Balance zwischen engagiertem Arbeiten und der Gestaltung befriedigender Beziehungen?

Weiterbildung Der Gruppenprozess unterstützt die Assimilation folgender Annahmen und Haltungen der Humanistischen Psychologie:

  1. Integration, persönliches Wachstum und Lebenszufriedenheit sind möglich.
  2. Die entsprechenden Bedingungen sind durch Introspektion, Kommunikation und kreative Anpassung herstellbar.
  3. Durch kreative Anpassung ist lebenslanges seelisches Wachstum möglich.

Die erste Sitzung von Lieben & Arbeiten fand im Oktober 2003 statt und es gibt noch ein Gründungsmitglied. In dieser Zeit hat die Gruppe neben der therapeutischen Selbsterfahrung und Weiterbildung eine weitere Funktion entwickelt. Sie ist zu einem Forum für Lebensbegleitung geworden. Damit ist eine das Leben begleitende Reflexion gemeint, die sich — nicht an Idealen und Konzepten sondern — an den großen Herausforderungen und Antinomien Individuation und Hingabe einerseits und Dauer und Veränderung andererseits orientiert. Das gemeinsame Lauschen in eine verbindende Stille und Achtsamkeit steht gleichberechtigt neben den individuellen und gruppendynamischen Untersuchungen der Wechselfälle des Liebens, Arbeitens und Älterwerdens.

Die Gruppe findet im Drei-Wochen-Rhythmus statt. Ein Paar findet in dieser Gruppe besondere Möglichkeiten zur Reflexion und Selbsterfahrung, die auch von den anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen bereichernd erlebt wird. Ein Zyklus besteht aus zehn Sitzungen. Die Arbeitszeiten sind mittwochs von 19:00 — 21:30 Uhr.

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